Alle Züge

Das Vokabular ist stil-unabhängig: die DNA wählt einen Namen, der Stil entscheidet, wie er ihn zeichnet. Auf dieser Seite steht jeder Name einmal – gezeichnet von genau dem Code, der auch das Blatt zeichnet.

Die Verteilung ist keine Gleichverteilung. Sie sitzt im Katalog, und sie ist bewusst schief: in den Augen und Mündern liegt die Vielfalt, denn dort liest ein Betrachter den Charakter ab. Frisuren und Kopfbedeckungen bleiben klein – ein Blatt voller Hüte ist ein Hutladen, kein Blatt voller Leute.

Augen – dreizehn

Jede Form greift in dieselbe lokale Ellipse: der Blick verschiebt, das Lid staucht. Deshalb steht der Lidfaktor in jeder Augenform. Die Pupillengröße kommt aus der DNA – eine Nadel und ein Knopf in derselben Augenform sind zwei verschiedene Leute.

Der Glanzpunkt macht aus einem Loch ein Auge. Er ist ausgespart, nicht gestanzt: länglich, quer zum Licht gekippt, in Hautfarbe – und ohne Saum. Ein blasser Rand auf der dunklen Pupille sähe aus wie ein Fleck, nicht wie Licht.

Auch der Versatz des Glanzes liegt im feld: sonst rutscht er bei gedrehtem Kopf aus der gestauchten Pupille heraus. Dasselbe Feld kippt die Pupille selbst mit der Fläche, auf der sie liegt (siehe Der Stift).

Die Pupille darf im Weiß wandern, aber nicht über den Rand: ihr Weg ist (rr − pr), also der Radius abzüglich ihrer eigenen Größe. Bei geschlossenem Lid steht sie still – sonst rutscht sie im Lidschlag sichtbar aus dem Auge.

Ab lider > 0.72 ist ein Auge immer derselbe Bogen, egal welche Form. Ein Lidschlag hat keine dreizehn Varianten. zwinker ist der einzige Zug im ganzen Gesicht, bei dem die beiden Seiten verschieden sind – deshalb steht er in der Formfunktion und nicht in einer Symmetrieregel weiter oben.

Der Stern aus dem Zeichensatz

Symptom: Das Sternauge sah aus wie ein Symbol, das jemand in die Zeichnung geklebt hat.

Ursache: Vier gleich lange Zacken im rechten Winkel. Der Zirkel setzt sie genau dorthin, wo man sie erwartet.

Lösung: wuerfleStern je Kopf: vier oder fünf Zacken, jede um 0.8 bis 1.12 skaliert, jede um bis zu 0.14 im Winkel versetzt, und die Kerbe dazwischen sitzt in der Mitte der beiden Nachbarn – nicht auf dem festen Halbschritt, sonst wandert sie beim Versatz an eine Zacke heran.

Münder – elf

Ein Mund hat zwei Zustände: den seiner DNA und den offenen. Der offene gehört zu keiner Form – ein sprechender Mund sieht bei allen gleich aus. Deshalb steht er vor der Fallunterscheidung, und ab oeffnung > 0.16 sind alle elf Formen eine Ellipse mit Zunge.

Die vier geschlossenen Grundformen (strich, laecheln, klein, welle) sind keine Zeichenschritte, sondern eine Datentabelle LINIEN. Das hat einen einzigen Grund: das Herz braucht eine von ihnen als Unterlage und muss dafür wissen, wo ihr Scheitel liegt.

Das Herz ist eine Auflage

lippen ist keine eigene Mundform. Darunter liegt eine ganz gewöhnliche geschlossene Linie, und die läuft links und rechts über das Herz hinaus – so, wie man Lippen zeichnet, ohne den Mund neu zu erfinden. Die Welle scheidet als Unterlage aus: zwei Schwünge übereinander sind zwei Aussagen.

Der Fladen unter der Linie

Symptom: Bei manchen Gesichtern war das Herz keine Herzform mehr, sondern ein breiter Klecks unter dem Mund.

Ursache: Die Höhe des Herzens war an der Mundhöhe gemessen. Die ist bei einem flachen Gesicht ein Bruchteil der Mundbreite – das Herz wurde in der Breite groß und in der Höhe zusammengedrückt.

Lösung: Beide Achsen messen an der Breite. Dazu drei gewürfelte Maße je Kopf: Breite, Höhe, Tiefe der Kerbe. Eine tiefe Kerbe macht aus dem Herz übrigens eine Tulpe – deshalb reicht sie nur bis 0.85.

Drei Wellen statt zwei Bögen

Symptom: Bei kleiner Kerbe war die Oberkante des Herzens nicht rund, sondern eine Reihe aus drei Buckeln.

Ursache: Gipfel (±0.26) und Flanken (±0.1) lagen als feste Punkte in der Liste, und nur der Mittelpunkt hing an der Kerbe. Unterhalb von etwa 0.4 stand die Mitte damit höher als ihre eigenen Flanken: neben den zwei Bögen wuchs ein dritter.

Lösung: Die Oberkante ist ein Bogen, in den die Kerbe als Glocke einschneidet (herzPunkte). Die Glocke läuft an ihrem Rand mit Steigung null aus, sitzt also ohne Knick auf dem Bogen; bei kerbe = 0 bleibt eine runde Kuppe übrig, und die Schultern der Bögen entstehen erst durch den Einschnitt.

Und das Herz sitzt mittig auf dem Scheitelpunkt seiner Linie, nicht auf dem Mundanker: sonst hinge es unter einem Lächeln in der Luft.

Zähne brauchen Fläche

zaehne ist eine Linse – oben fast gerade, unten der Bogen –, gefüllt in Hautton, mit vier Zahnstrichen von oben nach unten. hasenzahn sind zwei Rechtecke, die auf der Lippenlinie sitzen und nach unten ragen, ebenfalls Fläche in Hautton mit Tintenrand.

Ohne Fläche liest sich das Gitter als zweiter Mund und der Hasenzahn als Zaun. Die drei Zahnstriche, die einmal im grinsen standen, waren dagegen zu kurz und lasen sich als Fussel – Zähne haben jetzt eine eigene Form.

Nasen, Brauen, Backen, Zeichen, Bärte, Kragen, Zierrat

Nasen

Eine Nase ist ein offener Strichzug, kein Umriss – bis auf knopf, und der ist ein geschlossener Bogen, kein Kreis. Sie zeigt in Blickrichtung: ein nach rechts gedrehter Kopf hat keine nach links zeigende Nase.

Dazu lehnt sie sich mit der Drehung – lehn = yaw * 0.5, angewandt auf die lokale x-Koordinate in Abhängigkeit von der Höhe. Die Nase steht vom Gesicht ab; sie kippt im Bild deshalb weiter als die Haut, auf der sie sitzt.

Brauen

Eine gehobene Braue ist das billigste und deutlichste Zeichen dafür, dass jemand etwas bemerkt hat: wach hebt sie um bis zu 0.38 Braugrößen an. Zusammen mit den kräftigeren Backen und dem Kopf, der ein Stück steigt, ist das die ganze Reaktion auf den Zeiger – mehr wäre Zappeln.

Die Richtung erzählt den Rest: schraeg ist innen tief, außen hoch – der prüfende Blick. sorge ist genau andersherum.

Backen

rosig sind fünf Kritzelstriche verschiedener Länge, mit Versatz, von Hand gesetzt – keine Reihe, keine Ringe. Sie sind das Markenzeichen des Stils und werden bei Aufmerksamkeit kräftiger, als würde jemand rot.

punkte ist der klassische rote Punkt: rund, aber von Hand – leicht oval, ein wenig gekippt, mit dem Wackel des Stifts. Seine Größe ist je Kopf gewürfelt, vom Tupfer bis zum Apfel.

Das Zifferblatt auf der Wange

Symptom: Sieben Sommersprossen sahen aus wie eine Uhr.

Ursache: Sieben Punkte auf einem Ring in gleichen Winkelabständen sind ein Zifferblatt, und das Auge erkennt es sofort.

Lösung: Der Goldwinkel (2.399 rad) mit wachsendem Radius – dieselbe Anordnung wie Kerne in einer Sonnenblume, die nie ein Muster bildet. Dazu bekommt jede Sprosse eine eigene Spur: sieben gleiche Formen wären sieben Stempel.

Die Backen sitzen auf der Wange, nicht am Ohr (min(0.9, augeU + 0.22)): weiter außen kippt die Fläche weg, und aus fünf Strichen wird einer. Und sie halten Abstand zum Auge, auch zu einem großen.

Zeichen

Augenringe, Schraffur an der Schläfe, Stirnfalten. Alles blass, dünn – und ruhig. Feine Nebenlinien, die mitkochen, lesen sich nicht als Zittern der Hand, sondern als Flackern des Bildes.

Die Schraffur sitzt auf einer Schläfe. Beidseitig wäre sie ein Muster, einseitig ist sie eine Eigenheit. Welche Seite, steht in den Kopfdaten des Stils und nicht in der DNA – es ist eine Handschrift, keine Identität.

Das vierte Zeichen ist keine Nebenlinie: der Wangenbogen. Die Wange drückt von unten ins Auge und verdeckt seinen unteren Rand – ein Kneifen oder Grinsen. Er ist das Gegenstück zum Augenring (Wange hoch statt Haut hängend) und steht deshalb in derselben Kategorie: ein Gesicht hat das eine oder das andere, nie beides. Und er braucht einen Augapfel, den er anschneiden kann; bei Strich, Kreuz oder Lachbogen fällt er im Katalog aus der Tabelle (WANGENBOGEN_AUGEN).

Er wird nicht auf der Haut gezeichnet, sondern im Augenzug: das Auge wird durch ein Fenster oberhalb des Bogens gezeichnet (ctx.clip), der Bogen darüber. Eine Hautfläche als Verdeckung müsste den Schatten der Kopffläche nachbilden und läge über den Backen; ein Beschnitt malt nichts, er lässt weg. Der Strich deckt die Schnittkante, weil er breiter ist als sein Wackeln, und der Beschnitt folgt derselben abtasten-Kurve wie der Strich. Beim Lidschlag blasst er aus und fehlt ganz, sobald das Auge zu ist – ein zweiter Bogen unter dem geschlossenen Lid wäre ein doppeltes Lid.

Vier Streuungen je Kopf, aus den Kopfdaten: wie hoch die Kuppe ins Auge ragt (von rund bis fast gerade), wie weit sie außen ausläuft, wie stark sie kippt (außen hoch, innen tief – die Wange kommt von außen unten), und ob sie auf beiden Wangen sitzt oder nur auf der Zeichen-Seite. Beim offenen Auge mit seinem blassen Unterlid ist der Bogen dünner und blasser (AUGAPFEL[typ].sanft): die Wange darf nicht kräftiger sein als das, was sie verdeckt.

Der Stummel und die Haken

Symptom: Bei schmalen Köpfen ragte der Bogen über die Kontur. Abgeschnitten blieb ein Stummel, der wie ein Strich unter dem Auge aussah. Und der Bogen selbst las sich als Gerade mit zwei Haken an den Enden.

Ursache: Kein festes Auslaufmaß trifft jeden Schädel – bei schmalen sitzen die Augen nah am Rand, bei breiten weit davon. Und eine Halb-Ellipse bis an π und 2π gezeichnet fällt an den Flanken steil ab; die Kuppe ist flach, die Enden knicken.

Lösung: Der Bogen wird gegen den um sechs Prozent eingezogenen Umriss geprüft; passt er nicht, wird er als Ganzes schmaler, bis knapp an den Augapfel – und fehlt, wenn auch das nicht reicht. Gezeichnet wird nur die Kappe der Ellipse (1.15π bis 1.92π), um 1/cos(0.15π) gestreckt: stetige Krümmung, ein Oval.

Bärte

Der Schnauz ist eine MASSE, kein Strich: zwei Flügel in Haarfarbe mit Tintenrand, breiter als die Nase. Jeder Flügel wölbt sich von der Mitte hoch, fällt nach außen ab und läuft in eine Spitze aus; in der Mitte bleibt eine Kerbe.

Die schwierige Frage ist nicht seine Form, sondern sein Platz.

Der Bart im Nasenloch

Symptom: Bei langen Nasen wuchs der Schnauz in die Nase, bei tief sitzenden Mündern über die Oberlippe.

Ursache: Gerechnet wurde mit den Layout-Zonen. Die Nasenzone reicht aber bis an die Mundzone – sie sagt, wo eine Nase sein darf, nicht, wo diese Nase tatsächlich endet.

Lösung: NASEN_TIEFE – wie tief jede Nasenform unter ihren Anker ragt, abgelesen aus den gezeichneten Zügen in zeichneNase. Dazwischen ein Schutzraum von 0.03, den kein Bart betritt. Wird der Platz eng, schrumpft der Bart.

Der Preis dieser Lösung steht als Kommentar über der Tabelle: ändert sich eine Nasenform, muss der Wert mit. Eine Zeichnung, die sich selbst vermisst, hat zwei Stellen, die zusammenpassen müssen – die Alternative wäre, die gezeichneten Punkte zur Laufzeit einzusammeln, und das kostet in jedem Bild mehr als die Nase selbst.

Der Bart liegt außerdem unter der Nase, auch in der Zeichenreihenfolge: was die Nase überlappt, verdeckt sie.

Kragen und Ohren

Der Kragen ist kein Körper – nur der Hinweis, dass der Kopf auf etwas sitzt. Drei Varianten, ein Strich.

Das Ohr hebt sich entlang der Normale vom Kopf ab, nicht in der Fläche: quer zur Oberfläche ist bei einem Anker nah am Rand kaum Platz (fx geht gegen null), und die Muschel klappte in die Wange.

Der abgefallene Henkel

Symptom: Zwischen Ohr und Kopf klafft eine Lücke. Das Ohr schwebt daneben.

Ursache: Das Ohr wurde bündig an der Haut angesetzt. Die gezeichnete Kontur ist aber eine geglättete Silhouette und liegt ein Stück innerhalb des Punktes, an dem das Ohr sitzt.

Lösung: Die Fläche greift weiter in den Kopf hinein als der Strich – ein Saum hinter der Wurzel. Bündig reicht nicht: der Rand der Fläche zittert (wackel), und an der Naht blitzte das Papier durch.

Und das Ohr hat keine Linie am Ansatz. Statt einer zweiten Kante neben der Kontur laufen die Enden seines Bogens ein Stück über sie auf die Wange und hören dort auf – so liegt das zugewandte Ohr auf dem Kopf und nicht neben ihm. Wie weit, sagt die Drehung: um den Einzug, also um genau das Stück, das der Anker sich hinter die Silhouette gedreht hat. Frontal ist das null, das Ohr sitzt an der Kante.

Gemessen wird am gezeichneten Umriss, Punkt für Punkt – nicht an einer festen Tiefe unter dem Anker. Der Kopf verjüngt sich über und unter dem Ohr; fest gemessen stände das obere Ende tief im Gesicht und das untere in der Luft. Beschnitten wird dabei nur der Strich: die Fläche greift weiter hinein, sonst blitzt an der Naht das Papier durch. Liegt das Ohr hinten, radiert die Kopffläche das Hineinlaufen ohnehin weg, und die Kontur ist seine Kante.

Das angebissene Ohr

Symptom: Beim gedrehten Kopf schrumpft das zugewandte Ohr zur Sichel am Rand, und die Kontur läuft quer durch es hindurch.

Ursache: Beide Ohren lagen unter der Kopffläche. Das ist für das abgewandte richtig – das zugewandte aber wandert mit der Drehung hinter die Silhouette (bei voller Drehung ein Zwanzigstel der Kopfbreite) und liegt dann vor der Wange, nicht an ihrer Kante.

Lösung: Eine eigene Ebene zugewandtes-ohr hinter der Kopffläche. Wer dort landet, entscheidet die Normale des Ohrankers – eine Aussage im Raum, keine Seite im Bild. Siehe Ebenen.

Zierrat

Der Ohrring hängt im Bild senkrecht, nicht im Kopfraum: Schwerkraft dreht nicht mit dem Kopf. Sein Fußpunkt sitzt am Ohr, der Ring selbst wird in Bildkoordinaten darunter gehängt.

Das Pflaster ist ein Kreuz aus zwei Streifen auf einer Wange, leicht schräg. Die Streifen sind heller als die Haut, mit Tintenrand – ein Pflaster ist eine Auflage, kein Loch.

Brillen

Drei Varianten: keine, rund, eckig. Die Begründung für ihre Bauart steht im Kapitel Raum – kurz: die Brille ist starr. Sie wird nicht über das Feld gezeichnet, das sich der Wölbung anschmiegt, sondern als echte Figur im Kopfraum: zwei Kreise in der Frontalebene, ein Steg, zwei Bügel zum Ohr, gedreht und projiziert wie der Schädel selbst.

Gelernt in der ersten Presse: Gläser, die wie die Haut verkürzen, sehen aufgemalt aus. Ein gedrehter Kopf verkürzt ein Glas nur um den Kosinus der Drehung – und das ist genau das, was ein Glas tut.