Haar und Hut
Neun Frisuren, fünf Kopfbedeckungen – und darunter genau zwei Bauweisen. Das ist die größte Vereinfachung dieser Ausgabe, und sie trägt fast das ganze Kapitel.
Alle Massen sind DIESELBE Schale über dem Schädel, mit anderem Ansatz, anderer Dicke und anderem Zierrat am Rand. Bis auf die eine, die keine Schale ist, sondern eine Kugel: der Afro.
Zwei Sorten
Eine Masse ist eine Schale: die Kopfoberfläche wird oberhalb einer Ansatzlinie abgetastet, und jeder Punkt bekommt eine Dicke entlang seiner Normale. Der Umriss dieser aufgeblasenen Fläche ist der Umriss der Frisur. Weil das in Kugelkoordinaten passiert und nicht in Pixeln, wandert ein Seitenscheitel bei der Drehung korrekt mit, statt im Bild festzukleben.
Beiwerk sind einzelne Züge auf der Kopfhaut. Kein Umriss, keine Füllung, kein Loch fürs Gesicht – ein paar Kringel auf dem Scheitel und fertig.
| Sorte | Werte | Was gebaut wird |
|---|---|---|
| Masse | haube, pony, seitenscheitel,
lockenwolke, igel, zoepfe,
dutt, afro, dazu die kappe |
Punktwolke über dem Schädel, Umriss, Füllung, Ansatzlinie |
| Beiwerk | flaum, locken, stacheln,
antenne |
ein paar Züge auf Ankern der Kopfhaut |
Was bewusst fehlt: langes Haar, das unter die Schläfen fällt und neben den Wangen hängt. Es verlangt eine innere Berandung entlang der Wange, und die ist die Hälfte des Aufwands der ganzen Geometrie. Stattdessen wird der Ansatz über dem Gesicht geklemmt – dann ist die innere Berandung immer die Ansatzlinie selbst. Zöpfe hängen deshalb hinter dem Kopf, nicht daneben.
Der Ansatz
haaransatz(dna, opt) gibt eine Funktion zurück: zu jedem
Längengrad u die Höhe v, auf der das Haar
anfängt. Vorn tiefer als hinten, mit einer Welle an den Schläfen. Alles
Weitere – Zacken, Welle, Neigung, feste Höhe für den Hut – sind
Aufsätze auf dieser einen Grundlinie.
Die Untergrenze ist die Klemme
(ansatzKlemme). Ansatzhöhe und Augenlage kommen aus
unabhängigen Zügen und wissen nichts voneinander; ohne die Klemme
rutscht der Ansatz unter die Augen und die Frisur verdeckt das halbe
Gesicht. Wo sie liegt, würfelt der Kopf: mal ein Stück über der Braue,
mal bis unter das Auge – Haar darf ans Auge, eine Strähne, die den
Augenrand streift, ist Frisur. An den Schläfen darf es tiefer: dort
verdeckt es nichts, und eine lange Strähne an der Schläfe gibt einer
Frisur die Richtung.
Die Zacken sind Anteile am Raum zwischen Grundlinie und Klemme, keine festen Beträge. Als feste Beträge stießen sie fast immer an die Klemme und wurden flach abgesägt – jeder Pony trug dasselbe Trapez auf der Stirn. Als Anteil bleibt eine Zacke ein Dreieck. Das Trapez gibt es weiter, aber als Sorte: manche Köpfe bekommen Zacken, die tiefer wollen als der Raum hergibt, und die Klemme kappt sie – ein gerade geschnittener Pony. Die Spitze sitzt nicht in der Mitte ihrer Zacke, sondern schief; mittige Spitzen hingen bei drei Zacken immer genau über der Nase.
Symptom: seitlich fiel ein Zacken durch die anderen hindurch, und die Füllung bekam an dieser Stelle ein Loch.
Ursache: die Klemme sprang stufig bei 0.85 und 1.05, und zwar um einen Betrag, der größer war als der Abstand zweier Abtastpunkte des Ansatzes. Zwischen zwei Punkten stürzte die Linie als dünner Keil nach unten und kreuzte dabei den Außenrand.
Lösung: weich statt in Stufen
(t*t*(3−2t)). Der Satz gilt allgemein: ein Sprung in
einer Randfunktion ist immer ein Loch in der Fläche, die daraus
gebaut wird.
Der Schläfenfall
Zu den Seiten hin sinkt der Ansatz, die Frisur hängt neben den Augen herab und rahmt das Gesicht. Ohne ihn endet das Haar über der Schläfe in einem schrägen Schnitt und der Kopf trägt eine Kappe.
Das ist ausdrücklich keine Zacke. Eine Zacke an der Silhouette ist eine schmale Zunge, die bei jeder Drehung mit dem Umriss kämpft; ein weicher Fall ist ein Lappen mit runder Spitze, der bei der Drehung nur zur Mitte kippt. Wie stark er ausfällt, würfelt der Kopf: gar nicht, halb, voll. Ein Blatt, auf dem jede Frisur gleich weit herunterhängt, ist ein Schnitt, keine Streuung.
Die Zacken
Zwei bis fünf Spitzen, jede anders tief und anders breit, und eine davon die tiefe – sonst sind alle mittelmäßig. Ein glatt abgeschnittener Pony ist eine Badekappe; die Zacken machen daraus Haar, das jemand geschnitten hat.
Symptom: an der Schläfe lief ein dünner Streifen Haar an der Kopfkante herunter, und bei jeder Drehung zappelte er.
Ursache: die tiefe Zacke war eine Randzacke. Dort ist die Schale dünn und liegt dicht an der Silhouette – eine tiefe Zacke ist an dieser Stelle keine Zacke mehr, sondern eine schmale Zunge über der Kante, und aus jeder Kopfdrehung wird ein Kampf zwischen Umriss und Ansatz.
Lösung: zwei Deckel. Die beiden Randzacken bleiben bei höchstens 0.24 (ein fester Betrag, kein Anteil: es geht um die Silhouette, und die ist so groß wie der Kopf), die tiefe wandert nach innen. Und der Zackenbogen reicht bis ±1.4, nicht bis auf die Silhouette – dort lagen die äußeren Spitzen früher genau auf der Kante.
Die Dicke
Die Dicke läuft am Ansatz aus, nicht über die ganze Höhe. Zwei Fehler liegen hier dicht beieinander, und man sieht beide von weitem.
Symptom: seitlich ragte ein waagerechter Keil aus dem Kopf, ungefähr auf Augenhöhe.
Ursache: die Schale stand an ihrer Unterkante in voller Dicke. Weil sie radial nach außen aufgeblasen wird, zeigt sich das an der Silhouette als Stufe.
Lösung: nur das letzte Stück über dem Ansatz wird
dünner (0.4 in v, geglättet auf 28 %). Der andere Fehler
liegt gleich daneben: läuft die Dicke über die ganze Höhe aus, ist die
Frisur an den Seiten platt und klebt am Schädel wie nasses Haar.
In derselben Funktion steht die zweite Zahl, die man nicht raten kann:
nu = 144. Mit 56 Längengraden hatte der schmale Lappen an
der Schläfe Lücken in den Winkelfächern des
Umrisses, der Bogen brach ab, und die
Füllung endete über der Ansatzlinie. Es sind trotzdem nur ein paar
tausend Punkte – ein Bruchteil des Schädels.
Das Gebiet
Aus zwei Kurven wird ein Polygon: außen der Umriss der Wolke
(bogenUm: −PI/2, hinter: kontur), innen
zurück entlang des sichtbaren Ansatzes. Das klingt nach zwei Zeilen und
ist der Ort, an dem die meisten Frisuren-Fehler gewohnt haben.
masseZug ist deshalb exportiert – dieses Prüfbild steht
besser auf einer Doku-Seite als in einer Wegwerf-Testdatei.
Symptom: bei starker Drehung lief die gezeichnete Ansatzlinie als dünner Faden neben der Füllung über die Wange weiter.
Ursache: Außenrand und Ansatz kommen aus zwei Quellen. Bei starker Drehung und einer tief hängenden Zacke endet die Ansatzlinie weiter außen als der Umriss; das Polygon schließt sich dann über eine Sehne, und die Füllung hört dort auf.
Lösung: stutzeAnsatz – was jenseits des
Umrisses liegt, fliegt weg. Nur an den Enden; in der Mitte gehört die
Linie dorthin, wo sie ist.
Symptom: an der Schläfe fehlte die Spitze der Frisur, oder es hakte dort eine dünne Spitze ins Gesicht zurück.
Ursache: die Naht wurde an der engsten Stelle gesetzt. Auf der Zunge an der Schläfe liegen Umriss und Ansatz aber die ganze Strecke dicht beieinander – das Minimum trifft irgendeinen Punkt mitten darauf.
Lösung: an der spätesten engen Stelle schneiden, nicht an der engsten: der letzte Punkt unter der Schranke von 0.055. Das behält die Zunge und wirft nur weg, was hinter ihrer Spitze noch herumhakt. Der Unterschied zwischen beiden Zeilen ist die ganze Frisur.
Symptom: dort, wo der Außenrand in den Ansatz überging, saß eine gerade Kante quer über der Schläfe.
Ursache: der Außenrand ist die Silhouette der aufgeblasenen Schale, der Ansatz liegt auf der Haut. Zwischen dem Ende des einen und dem Anfang des anderen steht die volle Dicke der Schale, und das Polygon schließt sie mit einer Sehne.
Lösung: rundeZipfel setzt an beiden
Enden einen Bogen ein, der die Richtung des Außenrands fortsetzt und
in den Ansatz einschwenkt. Eine Hand zeichnet dort keinen Schnitt,
sondern einen Lappen mit runder Spitze.
Dazu eine dritte, kleinere Entscheidung: der Ansatz wird ein Stück
über die Sichtgrenze hinaus abgetastet
(rand = 0.06). An der Schläfe hängt er tief, und der
äußerste Punkt der Frisur liegt in dieser Richtung schon auf der
abgewandten Seite – hörte die Linie an der Sichtgrenze auf, bliebe ein
langer dünner Zwickel. Aber nur ein kleines Stück: läuft die Abtastung
weit hinaus, wickelt sich die Ansatzlinie um die Silhouette und läuft
als Keil quer übers Gesicht zurück.
Der Afro ist eine Kugel
Jede andere Masse ist Schädel plus Dicke und erbt seine Form: ein kastiger Kopf bekommt eine kastige Frisur. Beim Afro ist es umgekehrt. Die Frisur hat eine eigene Form, und der Schädel steckt darin.
Also wird die Dicke nicht vorgegeben, sondern AUSGERECHNET: so viel, dass die Außenfläche auf einer Kugel um die Kopfmitte liegt. Wo der Schädel weit ist, ist das Haar dünn. Deshalb sieht der Afro auf einem langen und auf einem runden Kopf gleich aus – im Gegensatz zur Lockenwolke, die auf einem langen Kopf lang wird.
Die Rechnung
Gesucht ist die Strecke entlang der Normale bis zur
Zielfläche – denn genau entlang der Normale bläst wolke()
den Punkt auf. Solange die Kugel um die Kopfmitte liegt, ist das
dasselbe wie „Zielradius minus Kopfradius". Sitzt ihr Mittelpunkt höher
(hoeher), ist es das nicht mehr: dann ist es der Schnitt
einer Geraden mit einem Ellipsoid, also eine quadratische Gleichung.
Die positive Wurzel ist der Austritt nach außen; liegt der Kopfpunkt
schon außerhalb, greift die Mindestdicke, sonst hätte die Frisur dort
ein Loch.
Mit Verjüngung (keil) hängt die Breite der Zielfläche von
der Höhe ab – und die kennt man erst, wenn man die Strecke kennt. Die
Gleichung ist dann nicht mehr geschlossen lösbar.
Drei Durchgänge genügen: die Verjüngung ist glatt, und
der erste Schuss (Breite auf Höhe der Haut) liegt schon nah dran. Ohne
Verjüngung fällt die Schleife nach dem ersten Durchgang auf denselben
Wert wie vorher.
Symptom: statt einer Kugel saß auf dem Kopf eine breite Kappe mit einer Kante rundum.
Ursache: die Masse endete am Haaransatz. Der Ansatz ist die Linie auf der Stirn – hört die Masse dort auf, gibt es neben den Wangen kein Haar.
Lösung: eine zweite Unterkante (massen
gegen unten). Sie fällt zu den Seiten hin bis neben die
Wangen. Zu sehen ist sie nie – sie liegt hinter der Kopffläche, und
was übersteht, ist der Ring aus Haar rund um das Gesicht.
Sechs Sorten statt eines Bereichs
kugel, turm, wolke,
kurz, dreieck, pilz. Ein breiter
Bereich wäre der bequemere Weg und der falsche: gleichverteilte Werte
landen fast alle in der Mitte, und ein Blatt aus lauter mittelgroßen
Afros ist eine Schablone. Dieselbe Überlegung steht hinter den Breiten
der Locken und hinter den Hutsorten.
| Sorte | Was sie ausmacht |
|---|---|
kugel | geht bis an das, was die Zelle hergibt, und hängt tief herunter – nur dann schließt sich die Silhouette zum Kreis |
turm | dieselbe Kugel, aber ihr Mittelpunkt sitzt über der Stirn; schmaler, sonst stünde sie oben aus der Zelle heraus |
wolke | breiter als hoch und deutlich beuliger |
kurz | sitzt eng an und endet über den Ohren |
dreieck | unten am Kiefer am breitesten, nach oben schmal – mit tief liegender Unterkante, sonst bliebe nur die Spitze |
pilz | das umgedrehte Dreieck: oben ausladend, zur Schläfe hin schmal |
Was beim Afro anders läuft
Der Afro braucht die Naht nicht – und darf sie nicht haben. Bei jeder anderen Masse laufen Umriss und Ansatz an der Schläfe dicht zusammen; beim Afro liegen sie einen halben Kopf auseinander. Die Naht fände dort kein Paar und schnitte irgendwo. Stattdessen wird der Umriss für die Füllung auf das Stück über dem Ansatz beschnitten, und das Gebiet schließt sich über zwei radiale Sehnen. Radial ist die Bedingung: eine Sehne vom Schläfenende zum tief hängenden Ende des Bogens liefe quer über die Wange – und diese Füllung liegt vor dem Gesicht.
Symptom: bei einem Afro, der nur an einer Seite hervorschaute, lag eine Linie quer über dem Gesicht, ungefähr auf Mundhöhe.
Ursache: die Unterkante der Masse hängt hinten tief und projiziert sich von vorn nach innen. Sie belegt die unteren Winkelfächer mit einem kleinen Radius; der Umriss läuft dann einmal um den Kopf herum. Früher blieb nur der längste Lauf außerhalb übrig – das war eine einzelne Flanke, und die Füllung schloss sich von dort mit einer Sehne.
Lösung: ausserhalb. Genommen wird das
Stück vom ersten bis zum letzten Punkt außerhalb der Kopfkontur.
Dazwischen wird nicht gelöscht, sondern auf die Kontur
geklemmt: wo die Frisur nicht über den Kopf
hinausragt, folgt ihr Rand der Kopfkante.
Für die Rauung des Randes, die Fransen und die Kringel in der Masse gilt dieselbe Regel wie für jeden Zierrat auf einer Silhouette: sie hängen am Winkel, nicht am Punktindex. Der Umriss kommt aus Winkelfächern und wandert bei jeder kleinen Drehung um einen Punkt weiter – an den Index gehängt liefe die Rauung bei jedem Atemzug einmal um den Kopf. Die drei Oberschwingungen haben ganzzahlige Frequenzen, damit der Rand sich rundum schließt; eine krumme Frequenz gäbe bei ±π einen Sprung.
Und alle Würfe fallen VOR der Sichtbarkeitsprüfung. Sonst zieht ein Kringel, der sich gerade wegdreht, den ganzen Strom hinter sich her, und bei jeder kleinen Drehung ändern alle folgenden ihre Größe – ein flackerndes Muster.
Der Rand ist die Locke
Der Vorgänger legte auf eine glatte Kante eine Kette Ballen. Weil der Rand darunter durchlief, las sich das als Perlen auf einer Schnur, nicht als Haar. Hier wird der Rand selbst zur Folge von Wickeln, alle in dieselbe Richtung geschert, sodass die Kämme überhängen wie gedrehte Strähnen. In jedem Wickel liegt eine offene Spirale – erst sie macht aus der Ausbuchtung eine Locke. Ein geschlossener Ring läse sich als Loch.
Symptom: die Kante der Lockenwolke sah aus wie die Zacken-Frisur, von der sie sich gerade unterscheiden soll.
Ursache: ein Sinusbogen läuft an beiden Enden flach aus und trifft seinen Nachbarn in einer Spitze.
Lösung: ein Halbkreis. Er steht an seinen Enden senkrecht – jeder Wickel ist eine runde Beule mit einer Kerbe daneben. Dazu ein kleiner Einzug zwischen den Wickeln: ohne ihn stehen sie auf einer glatten Grundlinie und die Kante wellt nur.
Auch hier zwei Größenklassen statt eines breiten Bereichs (ein Viertel dicke Wickel zwischen dünnen), eine Held-Locke, die deutlich größer ist als die anderen, und eine Kippe zu einer Seite – eine Frisur hat eine Seite, auf der mehr liegt.
Der Ansatz der Lockenwolke bekommt dieselben Wickel,
nur nach innen gebeult (richtung: -1), in derselben
Scherung wie der Außenrand und GRÖBER geteilt (teilung:
vier bis fünf statt neun bis dreizehn auf die Länge): wenige runde
Beulen, die auf die Stirn hängen. Darunter liegt die ruhige Welle,
nicht die Zacken – Zacken unter den Beulen waren Spitzen zwischen
Rundungen, eine Säge mit Rüsche; die feine Teilung des Außenrands im
Kleinen las sich als Rüsche ohne Säge. Erst wenige, große Wickel sind
Locken.
Der Hut ist eine Figur
Ein Kegelstumpf als Krone, eine waagerechte Ellipse als Krempe – kein Punkt davon liegt auf der Kopfhaut. Die Krempe hat eine Filzdicke (0.03): ein Band unter dem Rand, vorn wie hinten. Ohne sie ist die Ellipse ohne Höhe, und genau von der Kante gesehen fällt sie zu einer Linie zusammen, ihre Enden werden Nadeln neben dem Kopf. Der Kronenumriss wird eckig abgetastet: der obere Rand ist dicht besetzt, dann folgt die lange gerade Flanke, und die Kurvenglättung warf an dieser Ecke eine kleine Schleife. Als Schale gebaut ergab der Hut eine Kuppel, also einen Helm. Die Silhouette des Kegelstumpfs ist aus jeder Richtung konvex; deshalb reicht die konvexe Hülle (Andrew) als Umriss – mit einer Ausnahme: unten endet die Krone immer am vorderen Kronenfuß. Von unten gesehen läge die hintere Fußkante der Hülle mitten im Gesicht, und dort sitzt der Kopf, der die Krone von innen füllt.
„Vorn" und „hinten" heißen hier: dem Betrachter zu- oder abgewandt –
nicht vor oder hinter der Ohrlinie. Bei gedrehtem Kopf trennt die
Drehung die Ringe. Für einen waagerechten Ring mit den Halbachsen
ax/az ist die zugewandte Hälfte der Bereich
φ … φ+π mit φ aus dem yaw.
Die Höhe der Krempe hängt dagegen am Winkel im Kopf, nicht am Blick: eine Krempe, die zum Betrachter hin herabfällt, drehte sich mit dem Zeiger mit statt mit dem Kopf.
Fünf Sorten, und warum die Achsen gekoppelt sind
fedora, trilby, sonne,
zylinder, eimer. Entscheidend ist die
Kopplung von Kronenhöhe und Krempenbreite: hohe Krone
mit weiter Krempe wird ein Pilz, flache Krone mit knapper Krempe
verschwindet zwischen den Ohren. Deshalb wird die Sorte gewürfelt und
nicht jede Achse für sich.
Dazu kommt der sitz: ab und zu thront der Hut oben auf dem
Kopf statt zu sitzen. Weiter oben ist der Schädel schmaler, also wird
derselbe Hut von selbst kleiner. Seine Krempe misst dann aber am
Kopf und nicht am schmalen Kronenfuß – sonst verschwände sie
hinter den Schläfen, und ein Hut ohne sichtbare Krempe ist ein Eimer.
Symptom: bei einer dicken Frisur stand das Haar über der Krone, und der Hut saß daneben.
Ursache: der Kronenfuß maß den blanken Schädel.
Lösung: haarPolster – gemessen wird der
Schädel mit dem Haar darauf. Beim Afro als Kreisschnitt der
Kugel auf der Sitzhöhe, sonst als gleichmäßiger Aufschlag, denn unter
einem Hut wird jede Schale auf 0.05 gedrückt.
Symptom: das Hutband las sich nicht als Band, sondern als dunkler Streifen unter der Krempe.
Ursache: es saß auf dem Kronenfuß – also genau dort, wo die Krempe ansetzt, und wurde von ihr halb überdeckt.
Lösung: ein Stück höher an der Krone, als
Fläche mit zwei Kanten statt als dicker Strich, in einem
dunkleren Ton desselben Stoffs (stoffTief) – eine eigene
Farbe wäre ein zweites Kleidungsstück am Kopf. Und zuletzt gezeichnet:
am Fuß verschwand es je nach Neigung ganz unter der Krempe.
Unter der Krempe: der Deckel
Der Hut sitzt auf dem Kopf, also steckt alles Haar oberhalb der Krempe in der Krone. Gezeichnet wird das Haar aber als eigene Fläche und die Krone erst danach – und die Krone ist am Fuß nur wenig weiter als der Schädel, das Haar hat Dicke, die Lockenwolke ihre Wickel dazu. Also lugte neben der Krone Haar hervor, über der Krempe: Locken, die aus einem geschlossenen Hut wachsen. Die Krone kann das nicht übermalen, wo sie gar nicht ist.
Die Lösung sitzt in der Geometrie, nicht im Bild: unterDeckel
drückt alle Punkte der Haarschale, die über dem Kronenfuß
(hutDeckel) liegen, auf diese Ebene – den Kronenfuß, nicht
den Krempenrand: hängt der Rand tiefer, sieht man von unten zwischen
Rand und Kopf hindurch auf das Haar darunter. Die Masse endet dann
an einer waagerechten Ebene im Kopfraum – so, wie Haar unter einem Hut
endet –, und ihr Umriss stimmt in jeder Pose von selbst.
Symptom: unter der Krempe ein Streifen Kopfhaut, darunter erst das Haar mit gerader Oberkante; bei gedrehtem und geneigtem Kopf an der Fernseite Haar, das entlang einer Geraden abgeschnitten neben der Krempe steht.
Ursache: zwei Anläufe mit einer Maske
(ctx.clip) im Bild – erst entlang der geraden Querachse
der Krempe, dann entlang der vorderen Krempenkurve. Beides sind
Linien im Bild; „über der Krempe" ist aber eine Aussage im Raum, und
dieselbe Bildzeile trifft je nach Pose andere Punkte des Kopfes.
Lösung: die Schale selbst kappen. Damit bleibt es auch dabei, dass die Presse keine Masken kennt.
Hinten und vorn
Was hinter dem Kopf hängt, wird VOR der Kopffläche gezeichnet und von ihr verdeckt. Das ist der ganze Trick für „hinter" – kein Tiefenpuffer, keine Maske, zwei Pässe.
Er trägt die Zöpfe, die hintere Hutkrempe, die volle Afro-Kugel und die Kopfhörer. Bei den Kopfhörern läuft die Teilung mitten durch die Figur: hinten der ganze Bügel und die abgewandte Muschel, vorn die zugewandte Muschel und die Bügelstücke, deren Haut dem Betrachter zugewandt ist. Ohne diese Teilung lag die ferne Muschel bei jeder Drehung mitten im Gesicht.
Beim Afro ist der hintere Pass mehr als ein Anhängsel: dort wird die volle Kugel gezeichnet, die der Kopf danach in der Mitte wieder zudeckt. Ein Gebiet nur aus Umriss und Ansatz ließe an den Schläfen zwei Zwickel offen – genau dort, wo ein Afro am vollsten ist, schaute das Blatt durch.
Der Platzbedarf
Bis hierher war der Platz keine Frage: alles, was ein Kopf trug, blieb in seiner Nähe. Eine Frisur, die ihre eigene Form mitbringt, kann breiter sein als der Kopf hoch ist. Wer den Platz nicht kennt, hat zwei schlechte Möglichkeiten – die Frisur läuft in die Nachbarzelle, oder alle Köpfe werden vorsorglich kleiner.
Also meldet der Stil an, was er braucht. Drei Dinge tun das:
hutRaum (Krempe und Krone), duttRaum (der
Knoten sitzt obendrauf und darf groß sein) und kugelRaum
(der Afro, samt Beulen und Fransen). Wie der Aufrufer damit umgeht –
und warum er lieber das ganze Blatt verkleinert als einen einzelnen
Kopf –, steht im Kapitel Das Blatt.