Wie das Blatt entsteht

Ein Blatt gewürfelter Köpfe, sechzig Bilder in der Sekunde, jeder Strich von Hand gezogen und keiner zweimal gleich. Diese Doku zeigt, woraus das gebaut ist.

Ein Seed ist eine Person: dieselbe Zahl ergibt immer dasselbe Gesicht. Gezeichnet wird trotzdem jedes Bild neu, denn die Köpfe stehen nicht still – sie drehen sich zum Zeiger, die Pupillen wandern mit, sie blinzeln und atmen. Aus diesen beiden Sätzen folgt fast alles, was hier beschrieben ist: alles muss determiniert sein, und alles muss in wenigen Millisekunden neu berechnet werden können.

~3 ms je Bild, neun Köpfe
67 Merkmalsvarianten
96 Winkelfächer je Umriss
8 Takte je Sekunde

Das Projekt hat außer Vite, TypeScript und Vitest keine einzige Abhängigkeit. Keine Zeichenbibliothek, kein Zustandsverwalter, kein Animationsrahmen – die Geometrie, der Zufall, der Stift und die Federrechnung sind alle hier im Haus. Das ist kein Selbstzweck: jedes dieser Stücke trifft eine Entscheidung, die eine allgemeine Bibliothek nicht treffen könnte.

Drei Dinge, die getrennt bleiben

Die ganze Architektur hängt an einer einzigen Unterscheidung, und wer sie einmal gesehen hat, findet sich überall zurecht:

DNA Wer der Kopf ist. Schädelmaße, Ruhepose, Merkmalswahl, Farb-Gene – alles aus einem Seed, alles stil-neutral. core/dna.ts
Regung Was er gerade tut. Drehung, Pupillenrichtung, Lidschlag, Aufmerksamkeit, Mundöffnung. Reine Rechnung ohne DOM und Canvas. app/blick.ts
Stil Wie beides aussieht. Der Stil rechnet die Animation nicht selbst aus; sonst müsste jeder weitere Stil sie noch einmal erfinden. styles/klar/

Der Seed ist die Adresse eines Gesichts. Deshalb ist die Reihenfolge, in der die DNA ihre Zufallszahlen zieht, Teil des Vertrags: ein neues Feld wird angehängt, nie eingeschoben. Wer das bricht, ändert jedes bestehende Gesicht auf einmal.

Die Kette

Von der Zahl zum Blatt geht es durch eine Reihe von Stationen; die kleine Marke über jedem Kapitel sagt, welche. Die Reihenfolge unten ist auch die empfohlene Lesereihenfolge.

Wenn wenig Zeit ist

Drei Kapitel tragen den Rest. Wer nur eines liest, nimmt Punktwolke: dort steht, warum das Ganze überhaupt flüssig läuft. Wer wissen will, warum es gezeichnet aussieht und nicht gerendert, liest Der Stift. Und wer den Code anfassen will, ohne etwas kaputt zu machen, liest Fallen – dort steht gesammelt, was schon einmal schiefgegangen ist.

Woher die Idee kommt

Haltung und Ausgangspunkt gehen auf einen Beitrag von @mannay zurück. Die zeichnerische Richtung dieser zweiten Ausgabe – ruhiger Strich, fast weiße Fläche, rosige Backen, Namen unter den Köpfen – stammt von If we all had heads. Der Code ist eine eigenständige Umsetzung; Dank und Urheberschaft der ursprünglichen Ideen liegen bei den Vorbildern.